Bienenzuchtverein Schwäbisch Hall – Hohenlohe e. V.

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Spechtschäden an Bienenständen: Ein Erfahrungsbericht mit Lösungsvorschlag

Schwäbisch Hall, 10.08.2024

Spechte sind beeindruckende Vögel, die mit ihren kräftigen Schnäbeln Holz bearbeiten und dabei nicht selten Schäden an Bienenkästen verursachen können. Besonders in Jahren mit hoher Käferpopulation, wie es 2004, 2005, 2019 und 2020 der Fall war, findet der Specht ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Dies führt oft zu einem starken Anstieg der Spechtpopulation, was wiederum zu vermehrten Schäden an Bienenständen führt.

Unser Vereinsmitglied Walter Obermüller hat diese Problematik am eigenen Bienenstand erlebt. Im Frühjahr 2006 kam es aufgrund von langanhaltendem Frost und Schnee zu besonders gravierenden Schäden. Die Vögel, allen voran Spechte, suchten intensiv nach Nahrung, was an den Bienenkästen deutliche Spuren hinterließ. Obermüller stellte fest, dass alle seine Abwehrmaßnahmen gegen die Spechte gescheitert waren. Zu allem Überfluss vergrößerten auch noch Waschbären die bereits vorhandenen Spechtlöcher, was zu erheblichen Verlusten führte, gerade in einem ansonsten ausgezeichneten Honigjahr.

Walter fand eine kreative Lösung, die seitdem erfolgreich Schäden an seinen Bienenständen verhindert. Durch seine Beobachtungen im eigenen Garten kam ihm die Idee, die Vögel direkt bei den Bienenständen zu füttern, um sie von den Bienenkästen abzulenken. Diese Methode, auch bekannt als Kirren oder Ablenkungsfütterung, erwies sich als äußerst effektiv.

Die Lösung: Ein Selbstbau-Fütterer für Vögel

Walter entwickelte einen speziellen Fütterer für die Vögel, den er direkt an seinen Bienenständen aufhängte. Dieser besteht aus einem HT-Rohr mit einem Durchmesser von 75 mm und einer Länge von 50 cm. Das Rohr ist an beiden Enden mit Deckeln verschlossen, und in das Rohr wurden mehrere Löcher gebohrt, durch die die Vögel an die Futterknödel gelangen können. Die Füllung des Fütterers besteht aus etwa zehn Meisenknödeln.

“Der Clou: Spechte und andere Vögel nutzen das Futterangebot vor Ort und lassen die Bienenkästen in Ruhe. Besonders in Frost- und Schneewetterperioden ist der Fütterer eine wertvolle Hilfe“, sagt Walter Obermüller.

Zu beachten ist, dass der Fütterer bei kaltem Wetter bereits nach zwei Wochen leer ist, während er bei milderen Temperaturen auch über Monate hinweg ausreicht.

Praktische Tipps zur Umsetzung

Seit der Einführung dieser Methode hat Walter keinen einzigen Spechtschaden mehr verzeichnen müssen. Seine innovative Lösung zeigt, wie eine gezielte Fütterung von Vögeln nicht nur das Wohl der Tiere fördert, sondern auch die Imkerei schützt.

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  • Fütterungsrhythmus: Um Schäden zu vermeiden, sollte der Fütterer stets gefüllt sein, besonders im Frühjahr. Eine regelmäßige Kontrolle ist wichtig, da längere Leerstände die Vögel wieder an die Bienenkästen locken könnten.
  • Qualität des Futters: Walter schmunzelt und betont, dass die Vögel und insbesondere die Spechte wählerisch sind. Billige Meisenknödel aus dem Baumarkt oder Supermarkt werden oft verschmäht. Empfehlenswert sind qualitativ hochwertige Produkte!
  • Standortwahl: Pro Bienenplatz sollte mindestens ein Fütterer aufgehängt werden, idealerweise an einer Stelle, die leicht zugänglich, aber dennoch geschützt ist.

Danke Walter, für deinen wertvollen Beitrag! Wir hoffen, dass viele Imker von deinen Erfahrungen profitieren können. Weitere Fragen oder Anregungen können gerne an den Bienenzuchtverein Schwäbisch Hall – Hohenlohe gerichtet werden.